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MIZUDASHI COLD BREW TEST

10/21/2015
MIZUDASHI COLD BREW TEST

Nach unserem ersten Cold Brew Experiment (mit dem Kyoto-Style-Drip-Coffee von Hario) haben wir nun ein zweites Experiment durchgeführt. Dieses Mal haben wir eine Mizudashi verwendet. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „FULL-IMMERSION“ Zubereitungsmethode.

 

Bei der Mizudashi wird der gemahlene Kaffee sorgfältig in einen speziellen Plastikfilter gegeben und dieser dann in eine Karaffe gestellt. Diese Karaffe wird danach mit Wasser befüllt. Zum Schluss lässt man den Kaffee im Kühlschrank während 12 bis 16 Stunden ziehen. Im Internet haben wir gelesen, dass es geschmacklich einen deutlichen Unterschied macht, ob man den Kaffee zuerst mit kaltem oder mit heissem Wasser befeuchtet („Blooming“). Das wollten wir genauer wissen (auch hier ohne Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit). Wir haben insgesamt sechs Kaffees zubereitet. Die Bohnen stammen aus Honduras von der Farm Paraíso. Die Varietäten sind Catuaí und spannenderweise auch Catimor. Der Kaffee wurde gewaschen aufbereitet. Den Mahlgrad und die totale Wassermenge haben wir immer konstant gehalten:

 

Wasser = 1‘100ml (gefiltert), Mahlgrad auf einer Mahlkönig EK43 = 8.0

 

In der ersten Serie haben wir die Kaffees zuerst mit 150ml kaltem Wasser befeuchtet und im Anschluss mit kaltem Wasser bis zu einer totalen Wassermenge von 1‘100ml aufgefüllt. Dabei verwendeten wir drei unterschiedliche Dosierungen: 90g, 100g und 110g. In der zweiten Serie haben wir die Kaffees zuerst mit 150ml heissem Wasser (94 Grad Celsius) befeuchtet und im Anschluss mit kaltem Wasser bis zu einer totalen Wassermenge von 1‘100ml aufgefüllt. Auch hier verwendeten wir zuerst 90g, dann 100g und zuletzt 110g Kaffee.

 

Anbei die spannenden Resultate. Die TDS-Werte sind für uns natürlich auch interessant, doch die Sensorik-Notizen haben uns wirklich überrascht.

 

Serie 1 (kalt / kalt)

 

90g Kaffee: TDS = 1.23% - fruchtig, deutliche Note von GURKE!, leichter Körper, sehr erfrischend.

100g Kaffee: TDS = 1.25% - fruchtig, komplex, deutliche Note von Gurke, leichter Körper, sehr erfrischend, süffig.

110g Kaffee: TDS = 1.31% - komplex, gelbes Steinobst, dezente Gurkennote, mittlerer Körper, erfrischend.

 

Serie 2 (heiss / kalt)

 

90g Kaffee: TDS = 1.33% - fruchtig, mittlerer Körper, kratzt im Angang.

100g Kaffee: TDS = 1.34% - sehr deutliche Säuren, sehr fruchtig, sehr langanhaltender „juicie“ Abgang. Unser Favorit.

110g Kaffee: TDS = 1.38% - Sehr ausgeprägter Körper, etwas trocken im Abgang, Bitterstoffe.

 

Die zweite Serie – zuerst 150ml heisses Wasser dann erst kaltes Wasser – brachte die fruchtigen Säuren im Kaffee viel stärker zur Geltung. Auch lagen die TDS-Werte leicht höher als beim „Blooming“ mit kaltem Wasser. In einer Blindverkostung mit 12 Personen gewann die „Serie 2“ klar, dabei hatte die Dosierung 100g Kaffee auf 1‘100ml Wasser die Nase vorne. Interessant war jedoch die Gurkennote bei der „Serie 1“.

Im Vergleich noch die Degustationsnotizen vom gleichen Kaffee heiss aufgebrüht (gemäss Röster): Er ist sehr komplex und auch sehr süss. Er weist Noten von "Toffee", Muscuvado-Zucker, Zedernholz, Paprika und Mandarinen auf. Der Körper ist eher kräftig und eine leichte Butternote macht sich im Abgang spürbar.

Nun freuen wir auf unsere Guinness-Ausschankanlage und dann gehen die Tests weiter.

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